Alzheimer Gesellschaft Hattingen & Sprockhövel e.V. feiert 10jähriges Jubiläum

                             Wie sie wurden, was sie sind

             10 Jahre Alzheimer Gesellschaft Hattingen und Sprockhövel

Im  Mai 2000 fand eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Demenz“ statt. Einige Zuhörer wollten es damit nicht gut sein lassen und trafen sich schon im Anschluss, um gemeinsam zu überlegen, ob und wie es weitergehen könnte. Man wollte am Thema bleiben und so entstand ein Arbeitskreis „Demenz“. Angehörige, hauptamtlich Tätige in der Pflege, Sozialarbeiterinnen, engagierte Bürger, ein Mitarbeiter der VHS und  Mitarbeiterinnen der KISS, der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe, einte die Idee, die Situation von  Menschen mit Demenz, vor allem aber auch der Angehörigen zu verbessern. Vorträge in verschiedenen Stadtteilen folgten, eine Selbsthilfegruppe für Angehörige entstand. Im April 2003 gab es in der KISS Veränderungen, die den Arbeitskreis vor grundlegende Herausforderungen stellte. Er brauchte eine neue Basis und damit auch eine eigenständige Struktur.  So  schien die Gründung einer Alzheimer Gesellschaft Hattingen und Sprockhövel die einzig mögliche Antwort zu sein.

Im November 2003 war es dann soweit. 19 Menschen wurden Gründungsmitglieder, den Vorstand bildeten „Mutige“, die sich schon im Arbeitskreis „Demenz“ aktiv eingebracht hatten.  Zum ersten Vorsitzenden des neuen Vereins wurde Günther Mooren gewählt.  Die ev. Kirche, genauer der Gesamtverband, bot ein kostenfreies Quartier im Haus der Kirche, Kirchplatz 19, an. Die Beratung an einem Tag in der Woche übernahm eine Dipl. Sozialarbeiterin. Die Büroausstattung und eine erste finanzielle Grundlage bildeten Mitgliedsbeiträge und Spenden. Hinzu kam die  Möglichkeit, durch die Anerkennung des Versorgungsamtes Düsseldorf bestimmte Leistungen mit den Pflegekassen abrechnen zu können. Die Mitgliedschaft in der Deutschen Alzheimer Gesellschaft Berlin und im DPWV Ennepe-Ruhr, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband, ergänzten diese Bestrebungen nach Professionalisierung.

2006 stand ein Umzug in Räume des ev. Krankenhauses an, zwei Büroarbeitsplätze und ein Besprechungsraum waren notwendig, der Arbeitsumfang war erheblich gewachsen. 2012 konnte die Gesellschaft dann auch räumlich im Zentrum der Stadt ankommen, in der Oststr. 1. Die Mitarbeitertreffen, aber auch die Angebote für Menschen mit Demenz, die Selbsthilfegruppe und Schulungskurse sollten einen festen Ort haben. Dazu hat  die Gesellschaft ihre Öffnungszeiten ausgedehnt und seit dem Frühjahr eine weitere Fachkraft für die Beratung angestellt.

In den vergangenen 10 Jahren wurden so etwa 1200 Beratungsgespräche geführt, 34 EVA-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter (Entlastung von Alzheimerfamilien) haben rund 21.000 Stunden Angehörige entlastet und Menschen mit Demenz ein förderndes Angebot gemacht.

Bis heute haben  19 Schulungskurse für Pflegende, Angehörige und Interessierte  mit etwa 340 Teilnehmern stattgefunden, der aktuelle 20. Kurs endet in der kommenden Woche.

 “MITTENDRIN im Leben“ ist ein Angebot zur Gedächtnisaktivierung, eine  gemeinsame Zeit für Menschen mit Demenz, gern auch in Begleitung eines Angehörigen.

Die Selbsthilfegruppe „Hoffnung“, ein Gesprächskreis für Angehörige  wird ebenfalls 10 Jahre alt, eine weitere Gruppe ist in diesem Jahr in Haßlinghausen an den Start gegangen.

Die Tätigkeiten  als Referent, entweder auf Einladung in die verschiedensten Gruppierungen und Vereine oder die Organisation eigener Fachveranstaltungen waren immer ein  besonderes Anliegen des Vereins sowie die  Beteiligung an Selbsthilfetagen oder den Gesundheits- und Seniorenmessen der beiden Kommunen.

Ab Juli 2013 erhält die Alzheimer Gesellschaft eine regelmäßige finanzielle Förderung durch den Ennepe-Ruhr-Kreis, die Städte Hattingen und Sprockhövel hatten sich schon vorher an den Betriebskosten der Einrichtung beteiligt.

So hat die Alzheimer Gesellschaft in den vergangenen Jahren viel erreicht und sich als Beratungszentrum etabliert. Sie will  Angehörige in ihrer Belastung und Sorge ernst nehmen und all denen beistehen, die Begleitung in ihrer Orientierungslosigkeit brauchen. Für die Zukunft bleiben große Herausforderungen, wie ein Gemeinwesen, in dem Menschen mit Demenz mittendrin sind als selbstverständlicher Teil, in der die Haltung ihnen gegenüber respektvoller wird und das Sprechen über sie sich wandelt zu einem Sprechen mit ihnen.  Ziel bleibt auch, ihnen und den Angehörigen die notwendige Unterstützung zu verschaffen, die sie zur größtmöglichen Wahrung ihrer Autonomie brauchen.

Jubiläumsbild

 Bereits der Empfang gab den Gästen die Möglichkeit, Einblicke in die Arbeit zu erhalten.......

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 ........aber nicht nur Informationen, sondern auch das leibliche Wohl stand im Mittelpunkt..........

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.......abgerundet durch ein buntes Rahmenprogramm, welches zum vielfältigen und angeregten

Austausch unter den Jubiläumsgästen beitrug.

 
(Photos: Teresa Pietrzinski, 2013)

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